Detektiv Verzeichnis

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detektiv fotografiertPfeife rauchend und sinnend, scharf kombinierend, Fakt gegen Fakt abwägend, arbeitet er als „consulting detective“, als beratender Detektiv, und empfängt Hilfe suchende Kunden in seinem berühmten Arbeitszimmer in der Wohnung in der Baker Street 221b.

Manchmal bittet ihn auch Scotland Yard um Rat und immer löst er mit seiner unbestechlichen Kombinationsgabe Fälle, die für die verzweifelte Polizei aussichtslos scheinen. Sein Begleiter ist Dr. Watson, enger Freund und ein bodenständiger Typ, der ruhende Pol zum exzentrischen Denker. Zeitrahmen ist das ausgehende 19. Jahrhundert. Mysteriöse Todesumstände reihen sich in der Kriminalserie an unheimliche Begebenheiten, doch der clevere Detektiv kommt jedem noch so undurchdringlichen Rätsel auf die Spur. Sein Wahlspruch: „Nichts ist trügerischer als eine offenkundige Tatsache“. Moorlandschaften in Nebelschwaden, düstere, dunkle Gemäuer, heimtückische Mörder, obskure Geheimlogen, all dies kreierte der Autor Sir Arthur Conan Doyle in seinen Geschichten und schaffte damit die perfekte Fiktion.

Die Rede ist dabei von dem wohl berühmtesten Detektiv aller Zeiten: Sherlock Holmes, der das Bild des Detektivs wie kein anderer prägte. Als ersten Ermittler der Literaturgeschichte bezeichnen Wissenschaftler allerdings Auguste Dupin, den privaten Ermittler aus Edgar Allan Poes „The Murders in the Rue Morgue“, in dem Doyle das Vorbild für Holmes fand. Doch beide haben einen Schönheitsfehler: Weder Dupin noch Sherlock Holmes entsprechen der heutigen Wirklichkeit.

Gesetzesbrecher & Verbrechen: Die Geschichte der Detektive

Dass die Erzählungen um Sherlock Holmes jedoch um die letzte Jahrhundertwende angesiedelt sind, ist kein Zufall. Denn folgt man der Spur der Geschichte, befindet man sich im London des 18. Jahrhunderts. Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts war London kein sicheres Pflaster mehr. Daher wurde eine gut ausgerüstete Truppe („Bow Street Runners“) initiiert, die sich in Zivil unter die Massen mischte und Erfolge gegen das grassierende Verbrechen erzielen konnte. Dieses Vorbild machte Schule und ähnliche Einheiten wurden auch in anderen Städten eingerichtet. Zeitgleich entdeckten einige Zeitgenossen die Marktlücke und arbeiteten als private Ermittler. Berühmtheit erlangte Allan Pinterton, der in Chicago 1852 die „Pinterton’s National Detective Agency“ begründete, die bald für prominente Kunden arbeitete.
Neben der Kriminalität auf den Straßen sorgte auch die Industrialisierung dafür, dass immer mehr private Detektive ihre Dienste anboten. Geschäftsleute waren daran interessiert, Informationen über ihre Partner einzuholen. Ein berühmtes Beispiel für einen solchen Ermittler war 1860 ein Makler in Stettin. Sein Detektivbüro nannte er „Erkundungsbüro zur Wahrung kaufmännischer Interessen für Stettin und die Provinz Pommern“. Diesem Vorbild folgten viele und in deutschen Städten sprossen Detektivbüros aus dem Boden. Da „detective“ eine Rangbezeichnung für Polizisten markierte, nannten sich die Ermittler Privatdetektive oder Privatermittler.
Doch der Sprung vom Detektiv zum Privatdetektiv war nicht groß. In der Regel arbeiteten einstige Polizisten als Privatermittler. Der Vorteil lag auf der Hand: Sie kannten die Milieus und die Strukturen von Verbrecherbanden. Jedoch erweiterte sich das Tätigkeitsfeld der Privatdetektive bald, denn sie wurden zunehmend in Fragen von Ehestreitigkeiten hinzugezogen. Die Zahl der Privatdetektive stieg aufgrund der Nachfrage soweit an, dass 1896 ein „Reichsverband Deutscher Detektiv-Institute“ gegründet wurde.

Dass vor allem in der Weimarer Republik dieser Berufsstand sehr gefragt war, liegt in der Tatsache begründet, dass das Bürgertum um seinen Reichtum bangte. Damit kamen auch Personenschutz und Objektschutz zum Tätigkeitsbereich hinzu. Doch nach der Machtergreifung 1933 fand der Berufsstand vorläufig ein Ende.
Nach dem Untergang Hitlers formierte sich die Berufsgruppe neu.

In den sowjetischen Besatzungszonen wurde die Tätigkeit allerdings verboten. In Westdeutschland hingegen blühte das Gewerbe auf. Nach dem Fall der Mauer kam es auch im Osten Deutschlands zu Neugründungen, wobei viele ehemalige Bedienstete des Staates in den Detektivberuf wechselten. Bernd Brückner, einstiger Bodyguard Erich Honeckers, beispielsweise betätigt sich mittlerweile als Detektivausbilder und als Experte in Fragen der Sicherheit. Durch die Globalisierung und die Einigung Europas wird dabei der Bereich Wirtschafsspionage für Detektive immer bedeutsamer.

Der Begriff des Detektivs

Der Begriff stammt vom lateinischen „detegere“, was so viel wie entdecken, aufdecken oder aufspüren bedeutet. Daher ist die Berufsbenennung gut gewählt, trifft sie doch den Kern der Wortbedeutung. Hervorgegangen ist die deutsche Bezeichnung aus dem englischen „private detective“, was durch den geschichtlichen Zusammenhang verständlich wird.

Tätigkeitsfelder von Privatdetektiven

Die Ermittlungstätigkeiten von Detektiven umfassen grundsätzlich alle zivil- und strafrechtlichen Angelegenheiten, wobei es in der Regel darum geht, Sachverhalte stichfest zu machen und durch Recherchen, Observationen oder zum Beispiel durch gezielte Befragungen Kriminalität aufzudecken und dem Kunden so erweiterte Handlungsoptionen zu bieten.
Zu 80 Prozent sind Privatermittler allerdings im Bereich Wirtschaft aktiv. Ob Baubranche, Kreditinstitute, Groß- und Einzelhandel oder Versicherungen: Der Bereich der Wirtschaftskriminalität ist enorm gestiegen. Schwerpunkte sind daher die Abwehr und die Aufklärung von Diebstahl oder Unterschlagung, das Aufspüren unerlaubter Lauschangriffe, das Aufdecken von Betriebsspionage bzw. Sabotage und das Ausschalten von Konkurrenzspionage. Weitere Tätigkeitsfelder sind die Computerkriminalität, Kapitalanlagebetrug, Patentrechts- und Lizenzrechtsverletzungen, Markenpiraterie, Umweltkriminalität, Wettbewerbsrecht, unerlaubte Nebentätigkeiten oder Fehlzeiten von Mitarbeitern, Versicherungsbetrug und andere in Unternehmen anfallende Kriminalitätsformen.
Weiter sind Detektive im Bereich Beziehungs- und Ehestreitigkeiten aktiv, hier meist durch Observation. Dabei kann es beispielsweise um das Unterhaltsrecht für den Partner oder das Sorgerecht für die Kinder gehen. Ermittler spüren auch Personen auf, zum Beispiel Schuldner, verloren geglaubte Verwandte oder Freunde, Zeugen oder Vermisste, und sie werden aktiv, wenn es um Bedrohung, Nötigung oder Personenschutz geht.

Wie wird man Privatdetektiv?

Der Beruf ist nicht geschützt und der Gesetzgeber hat bislang keine verbindlichen Rahmenbedingungen formuliert. Ein Grund hierfür wird vor allem darin gesehen, dass sich die Berufsverbände bislang nicht auf eine Linie einigen konnten. In der Regel werden Menschen bei der zweiten Berufsfindung Privatdetektiv. Hierfür ist lediglich der Erwerb eines Gewerbescheins notwendig. Der Bundesverband deutscher Detektive empfiehlt dabei allerdings dringend Fortbildungen, um den im Verband formulierten Maßstäben gerecht zu werden. Abgesehen davon, so die Argumentation, werden die Herausforderungen gerade im wirtschaftlichen Bereich immer größer und erfordern profunde Kenntnisse, um dem Beruf angemessen nachgehen zu können.
In der Regel haben sich Detekteien dabei auf bestimmte Gebiete spezialisiert: zum Beispiel Wirtschaftskriminalität, Sicherheitsdienstleistung, grenzüberschreitende Aktivitäten oder anderes. Häufig finden sich Detekteien mit Spezialausrichtungen konzentriert in einer Region. Bezahlt werden Ermittler in der Regel nach Stundensätzen und eventuell mit einer Erfolgsprämie.
Der Bundesverband deutscher Detektive ist im Internet unter www.bdd.de zu finden. Dort sind sowohl die Ziele des Verbands definiert als auch Fortbildungsmöglichkeiten mit Kontaktadressen gelistet.

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